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Sonntag, 28. April 2013

Faulfleisch

Vincent Voss – Faulfleisch





Broschiert: 347 Seiten
Verlag Torsten Low
1. Auflage (29. November 2012)
Preis: 13,90 EUR
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Inhaltszusammenfassung:
Liam Hellwig ist erst vor Kurzem nach Wakendorf II gezogen und versucht sich nun an das ruhige Dorfleben zu gewöhnen. Als er die Gegend erkundet, trifft er auf einem alten Bauernhof einen nackten und gefesselten Mann. Die Erklärung Sado-Maso ist zwar nachvollziehbar, lässt Liam aber keine Ruhe. Er beginnt, zu ermitteln und stößt dabei auf die unglaublichsten Dinge. Natürlich scheint ihm der Begriff “Zombie” erst einmal unglaublich, doch die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen.

Kritik:
Und wieder einmal haben wir einen dieser Fälle. Ein kleiner, unbekannter Verlag und ein mir bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannter Autor. In der Vergangenheit bin ich mit dieser Kombination bereits sehr gut gefahren und dank anderer Rezensionen lag die Vermutung nahe, dass ich auch dieses Mal ein ansprechendes Buch in der Hand halte.

Samstag, 16. März 2013

Das Motel

Brett McBean - Das Motel (Festa, April 2012)
OT: The Last Motel
350 Seiten, Taschenbuch, 13,95 EUR



Inhaltszusammenfassung:
Die Vorzeichen sind unverkennbar: ein Sturm zieht auf. Das Lodgepole Pine Motel, eigentlich nur selten besucht, erlebt in dieser Nacht einen Besucheransturm, wie es ihn schon lange nicht mehr gesehen hat. Was keiner der Gäste weiß: das Schicksal hat sie alle auf eine gewisse Art miteinander verbunden. Und plötzlich explodiert das Pulverfass, auf dem sie alle sitzen.

Kritik:
Ich habe ein paar Anläufe gebraucht, um “Das Motel” tatsächlich endlich einmal zu lesen. Auch hier gilt, wie für viele Romane aus meiner Sammlung, dass ich ihn in erster Linie auf Grund des Klappentextes und des doch recht anschaulichen Covers erstanden habe. Gut, mittlerweile darf man wohl auch sagen, dass der Festa-Verlag ein weiteres ausschlaggebendes Kriterium war. Alles in allem also eher oberflächliche Gründe, um ein Buch zu lesen…

Dienstag, 26. Februar 2013

Red Sky

Red Sky (Nate Southard, Festa Verlag 2012)
OT: Red Sky
272 Seiten, Taschenbuch, 13,95 EUR



Inhaltszusammenfassung:

Es war ein einfacher Job. Rein in die Bank und wieder raus. Keine Verletzten und schon gar keine Toten. Das war zumindest Danny Blacks Plan. Dummerweise hält sich sein Komplize Dale nicht daran und beginnt, um sich zu schießen. Die Situation eskaliert und es kommt zu seinem Blutbad. Die Bankräuber müssen fliehen und geraten dabei auf ein verlassenes Fabrikgelände, nicht ahnend dass die Cops und der ihnen im Nacken sitzende Mafia-Boss bald ihr geringstes Problem sein würden. Ein brutaler Kampf ums Überleben beginnt, wobei die Danny bald nicht nur gegen einen unbekannten Gegner, sondern auch seine eigenen Bandenmitglieder kämpfen muss.

Kritik:

Ich muss gestehen, dass mich bei “Red Sky” schon das Cover angesprochen hat und so hätte es früher oder später auch den Weg in meine Sammlung gefunden. Meiner Freundin sei Dank war es dann doch deutlich früher als gedacht und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass der Festa Verlag hier seinem Ruf als Lieferant für Horror der härteren Gangart vollauf gerecht geworden ist.
Die Geschichte kommt dem Leser in Grundzügen recht bekannt vor, nicht wahr? Zumindest mir drängte sich recht schnell der Eindruck auf, dass Nate Southard sich für seinen Debüt-Roman stark von Robert Rodriguez Splatter-Klassiker “From Dusk Till Dawn” hat beeinflussen lassen. Dementsprechend ist die Geschichte natürlich nicht neu, wobei der Autor doch darauf verzichtet, sich zu dicht an die offensichtliche Vorlage zu halten – so sucht man die doch recht starke Humor-Schlagseite des Filmes hier vergeblich. Was dem Buch aber auch gut tut, denn ein Comedy-Einschlag hätte hier sicherlich die sich von der ersten Seite aufbauende Spannung doch empfindlich stören können. “Red Sky” gibt recht schnell die Marschlinie vor, der Leser wird unmittelbar ins Geschehen in der Bank geworfen, Southard tritt ab diesem Moment das Gaspedal durch und hält es auch bis auf die Zielgerade auf dem Bodenblech. Der Spannungsbogen bewegt sich dabei auf einem durchweg hohen Niveau, auch wenn Kenner des Genres sicherlich ab der Hälfte erkennen werden, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt. Das tut der Sache aber nur bedingten Abbruch, denn letztlich sind es wieder das Erzähltempo und die actiongeladene Spannung, die den Leser im Falle “Red Sky” bei der Stange halten dürften.

Ein weiteres (kleines) Manko sind leider auch die Charaktere, über deren Hintergründe man nur bedingt Informationen erhält. Auch hier macht es sich wieder bemerkbar, dass der Leser direkt im hier und jetzt startet, ohne dass Southard ihm eine großartige Vorgeschichte geboten hätte. Gut, man muss ehrlicherweise zugeben, dass eine Hintergrundgeschichte zu den Figuren in vielen Fällen auch verschwendete Kreativität gewesen wäre, denn viele von ihnen stellen nicht viel mehr als Kanonenfutter dar. Dennoch kann man sagen, dass es dem Autoren recht gut gelingt, seine Protagonisten anschaulich darzustellen und eigentlich fast jedem auch einen gewissen sympathischen Zug zu verleihen, so dass man sich in “Red Sky” gut mit den (Anti-)Helden und ihren Emotionen identifizieren kann. Genau das Gegenteil gilt übrigens für die Antagonistin, welcher man fast schon von der ersten Seite an einen langsamen und qualvollen Tod wünscht. Also, Nate Southard: vieles richtig gemacht, auch wenn die Hintergründe auf Grund des Erzähltempos doch etwas knapp daher kommen.

Der Stil des Autoren ist sehr angenehm zu lesen. Man hat es mit einem sehr direkt geschriebenen Roman zu tun, bei dem der Unterhaltungsfaktor im Mittelpunkt steht. Man gibt sich nicht unnötig langen Erklärungen hin, sondern beschränkt sich darauf, Gas zu geben und den Leser bei der Stange zu halten. Sehr erfolgreich. Man sollte sich jedoch vorher gewiss sein, dass der Autor nicht gerade zu den zahmen Menschen seiner Zunft zählt. “Red Sky” ist in seinen Gewaltspitzen recht anschaulich und hart, auch wenn man sagen kann, dass der Autor nicht auf biegen und brechen versucht hat, an jeder Ecke einen Splatter-Effekt einzubauen. Glücklicherweise, denn so hat er ein in meinen Augen gesundes Mittelmaß zwischen Action, Horror und Handlung gefunden, welches sich sehr angenehm lesen ließ.

Fazit:

“Red Sky” ist für mich bislang das beste Buch, welches ich dieses Jahr in den Fingern hatte. Rund geschrieben, action- wie auch spannungsgeladen und mit einer gesunden Härte. Es will schon etwas heißen, dass ich den Roman gestern Abend erst begonnen habe, nur um ihn heute morgen zur Seite zu legen.
Bewertung: 9/10 Punkten

Eine Rezension von www.review-corner.de

Mittwoch, 13. Februar 2013

Todesmarsch

Richard Bachman – Todesmarsch (1996)


erschienen im Heyne Verlag



Inhaltszusammenfassung:

Die Bevölkerung ist verarmt. Die Regierung ist ein totalitäres Regime. Eine ausweglose Situation für diejenigen, die im Leben etwas erreichen wollen, aber keine Kontakte zu den Herrschenden haben. Der Jugendliche Ray Garraty sieht nur einen Lösung: die Teilnahme am Marsch, auf dessen Gewinner Reichtum und Ruhm warten.

Die Verlierer hingegen erwartet der Tod. Ein Zug von Soldaten begleitet die 100 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren und exekutieren gnadenlose jene unter ihnen, die drei Mal unter das Geschwindigkeitslimit von vier Meilen in der Stunde fallen. Am Ende wird nur einer überleben.

Kritik:

Kenner der Materie wissen bereits, dass hinter dem Pseudonym Richard Bachman der Horror-Star Stephen King steckt. Kenner der Materie wissen genauso, dass die als Bachman geschriebenen Romane sich streckenweise deutlich von dem unterscheiden, was man heute von King erwarten würde. “Todesmarsch” ist einer dieser Romane, die eigentlich gar nichts mit dem Horror-Genre zu tun haben.

Montag, 21. Januar 2013

Untot - Lauf, solange du noch kannst

Kristy McKay – Untot. Lauf, solange du noch kannst (2012)



Erschienen im Chicken House Verlag

Klappentext:

Endlich ist dieser grässliche Ski-Ausflug mit ihren noch grässlicheren Mitschülern vorbei. Noch ein letzter Pausenstopp, dann hat Bobby es hinter sich. So lange wartet sie mit Smitty im Bus auf die anderen. Aber die anderen kommen nicht zurück, die anderen sind tot! Alice hat es genau gesehen und dreht vollkommen durch. Schöne Scheiße. Sie müssen hier weg und zwar schnell! Denn plötzlich kommen die Toten auf sie zu und sie sehen verdammt hungrig aus. Doch draußen ist es einsam und dunkel, der Schneesturm tobt und die Handys funktionieren auch nicht mehr…

Sonntag, 30. September 2012

Jack Ketchum - Evil

Klappentext:


Die USA in den 50er-Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf. 

Quelle: Amazon.de
Kritik:

Der Klappentext lässt nicht viel über den eigentlichen Inhalt des Buches verlautbaren, darum nehme ich mir hier die Freiheit, ein bisschen weiter ins Detail zu gehen. Ketchum beschreibt in diesem Roman, was Menschen anderen Menschen antun können. Schutzbefohlenen, deren Freunden - und nicht zuletzt auch, was für Auswirkungen das Handeln eines Einzelnen auf das Leben von vielen anderen, nicht zuletzt auch von Unbeteiligten, haben kann. Ketchum gilt als einer der härtesten Autoren der modernen Horrorgeschichte - und Evil, so zumindest eine häufig gehörte Meinung, ist hierbei das Kronjuwel in seinem Repertoire. Große Worte, welche sich teilweise durchaus bestätigt haben. Auch wenn der Roman (wie eigentlich alles, was ich in letzter Zeit gelesen habe) mal wieder aus der Sicht der Hauptfigur erzählt wird. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass diese Geschichte, so traurig wie es klingt, sich tatsächlich in den 50er Jahren abgespielt hat - was sie noch etwas grausamer werden lässt, als es bei reiner Fiktion ohnehin schon der Fall wäre.
Die Geschichte an sich ist dabei nicht einmal sonderlich ungewöhnlich. Eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt - insbesondere in der kleinen Einbahnstraße direkt am Waldrand. David, eines der Kinder aus dieser Straße, trifft beim spielen am Fluss ein Mädchen welches er noch nie gesehen hat - es stellt sich heraus, dass es die Ziehtochter seiner Nachbarin ist. Die beiden beginnen, sich anzufreunden. So weit, so normal. Das erste Drittel des Buches beschäftigt sich zum Großteil damit, die Beziehung zwischen Meg und David aufzubauen - um sie dann ganz schnell zu zerstören und ins Gegenteil umzukehren. Ketchum versteht es sehr gut, von einer durchaus "liebenswerten" Geschichte innerhalb weniger Seiten zu etwas umzuschlagen, was zwar durchaus als brutal, aber immer noch als irgendwie nachvollziehbar bezeichnet werden kann. Die Strafen, welche Megs Stiefmutter an den Tag legt sind hart - aber traurigerweise auch in manchen Haushalten wohl alltäglich. Die Steigerung erfolgt ab diesem Punkt aber schnell und konstant, so dass der Autor seine Protagonisten schließlich in eine Situation stößt, die - vor allem für Meg, welche sich als Gefangene im Keller den Grausamkeiten ihrer Stiefmutter und jedem Kind, welches gerade Interesse an ihr hat - ausgesetzt wird. Ketchum schafft es hierbei, den Leser auf einem Grad zwischen Faszination und Ekel schreiten zu lassen, der zum Ende des Buches hin immer dünner wird. Tatsächlich dürfte es ihm gelungen sein, dem einen oder anderen Leser die Frage einzupflanzen, was wohl hinter den geschlossenen Türen seiner Nachbarn vorgehen mag. Die Härte hierbei liegt nicht in den expliziten Schilderungen - obwohl diese teilweise nicht ohne sind, auch wenn Ketchum bei einer der härtesten Stellen seinen Hauptcharakter diese "einfach nicht schildern lassen" will. Muss auch nicht sein, denn die eigentliche Brutalität des Buches liegt mehr auf der psychologischen denn auf der grafischen Ebene.

Die Charakterzeichnung ist dabei gut gelungen, auch wenn sie sich in erster Linie auf David und seinen Freundeskreis beschäftigt. Tiefgehend wird schließlich nur die Hauptfigur auseinander genommen, der Autor schafft es hierbei jedoch, auch die Nebenakteure nicht langweilig oder oberflächlich wirken zu lassen. Vor allem aber gelingt es ihm, Davids Gedankengänge und seinen Werdegang im Laufe der kompletten Geschichte zu verstehen - und sich mit ihm zu schämen, teilweise sogar, ihn für sein Nichtstun zu verachten. Etwas, was später direkt wieder revidiert wird. Ein gelungenes Spiel mit Emotionen, nicht nur im Rahmen der Handlung des Romans.

Der größte Schwachpunkt hingegen ist das Vorwort von Stephen King. Ja, es ist sehr informativ und hat mir persönlich den einen oder anderen Autoren näher gebracht, beziehungsweise dafür gesorgt, dass ich mich näher mit ihm auseinander setzen möchte. Das ganz große "Aber" bei der Sache ist jedoch, dass King mit seinen Zeilen viel von dem vorweg nimmt, was den Leser erwartet - teilweise mit recht detaillierten Beschreibungen. Hier hätte ich mir weniger gewünscht, denn es ist schon recht schade, direkt zu Beginn - und vor allem aus der Feder von jemandem, der es eigentlich besser wissen sollte - solch umfangreiche Spoiler zu lesen.

Fazit:

"Evil" ist sicherlich harter Stoff. Aber ein durchaus lesenswertes, sehr gut geschriebenes Buch. Man sollte jedoch nicht erwarten, dass hier die Blutkeule gezückt wird, sondern muss sich auf einen eher psychologischen Horrortrip einstellen. Der Vergleich mit dem französischen Film "Martyrs" liegt hier - nicht ganz unberechtigterweise - sehr nahe.


Bewertung: 9/10 Punkten