Dienstag, 11. September 2012

Richard Kadrey - Sandman Slim: Höllendämmerung

Klappentext:

Früher war Stark der beste Magier von Los Angeles. Bis ein neidischer Konkurrent seine Freundin ermordete und ihn - im Wortsinn - zur Hölle schickt. Als Stark nach zehn Jahren die Flucht gelingt, kennt er nur ein Ziel: Rache. Und wer in der Unterwelt überlebt, ist eigentlich gegen jeden Gegner gewappnet. Doch neben Menschen, Engeln und Teufeln treibt noch eine weitere übermenschliche Spezies in L.A. ihr Unwesen, vor deren Macht und Bosheit alle Höllenfeuer verblassen...




Kritik:

Was für eine Unsitte ist das eigentlich im Moment, dass so viele Bücher im Präsens und der ersten Person geschrieben sind? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich dieser Schreibstil schon öfters von Spontankäufen auf Grund interessanter Klappentexte abgehalten hat und ein solcher Kandidat wäre vermutlich auch dieses Buch hier gewesen. Nun war "Höllendämmerung" aber ein Geschenk meiner besseren Hälfte, was also schon einmal ein sehr guter Grund dafür war, des doch zu lesen ;-).

Was schon vor Beginn auffällt ist die Tatsache, dass der Verlag mit einer "in Arbeit befindlichen" Kinoverfilmung des Titels wirbt. Nun ja, so ganz schlecht dürfte er demnach ja schon einmal nicht sein, auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Verfilmungen von Schund-Literatur. Pulp also. Und genau das ist hier wohl auch das Zauberwort, denn es stellt sich sehr schnell heraus, dass Kadrey offenbar keineswegs die Intention hatte, einen absolut ernsten Roman zu schreiben, sondern sich im Gegenteil ganz bewusst auf eben jene Schiene begeben hat. Nun ja, von der Idee mag man halten was man will, aber sie funktioniert: Da auch die Pressestimmen schon von einem B-Movie-Roman sprechen, geht man natürlich mit der Erwartung daran, dass man eben kein Hochglanzprodukt vorgesetzt bekommt, sondern eher dreckige, trashige Literatur. Nun verbindet man mit Trash ja gemeinhin eher handlungsarme und billige Atmosphäre - was sich hier glücklicherweise nicht bestätigt. Ja, die Story selber klingt schon erschreckend nach "The Crow", das muss man unumwunden zugeben, aber der Autor versteht es gut, diese bekannte Story auf seine eigene, sehr unterhaltsame Art zu erzählen. Kadrey zeichnet einen sich langsam entwickelnden Spannungsbogen, der den Leser schließlich auch bis zum Schluß mitreißt und dabei nur an wenigen Punkten etwas einknickt. Nichts, was man nicht verschmerzen könnte, denn nach diesen kurzen Durchhängern wird das Gaspedal auch wieder schnell durchgetreten und das Buch nimmt erneut Fahrt auf. Atmosphärisch ist der Roman düster gehalten, ohne dabei jedoch das Format der offensichtichen Vorlage zu erreichen - muss er auch nicht, denn auch hier bietet "Höllendämmerung" eine eigene Interpretation, die die pessimistische und misanthropische Weltanschauung des Hauptcharakters immer wieder mit Ironie, Zynismus weniger hintergründigen, dafür aber derben Witzen anreichert (definitv hängen geblieben sind bei mir die Unterhaltungen zwischen Stark und einem abgeschnittenen, aber dennoch lebendigen Kopf...). Ein interessantes Rezept, welches auch gut verdaulich ist. 

Die Charaktere selber sind hingegen eher ein Schwachpunkt des Romans, denn sie sind alle recht oberflächlich gehalten, der einzige über den man mehr als nur die unbedingt notwendigen Details erklärt ist Stark selber, mit Abstrichen vielleicht noch sein "Partner" Vidoq. Alle weiteren Nebenakteure bleiben hingegen eben das: für die Handlung zwar notwendig, davon ab aber nebensächlich. Hier hätte Kadrey noch ein paar Extrapunkte sammeln können, denn für mich wäre es schon interessant gewesen, zum Beispiel mehr über seinen Gegenspieler Mason zu erfahren. Gut, Luzifer und Uriel sind Gestalten, die man schon kennt und nicht noch unbedingt weiter ausstaffiert werden müssen, dennoch bleibt ein etwas trübes Bild übrig. Was man jedoch dennoch erwähnen muss, ist die Tatsache dass jeder auftauchende Charakter auf seine ganz eigene Art und Weise ein bisschen... "durchgeknallt" ist, was sich gut in den Gesamtkontext des Buches einfügt und nicht im geringsten störend wirkt. Zwar wird in diesem Rahmen auch das eine oder andere Klischee bedient, damit kann man aber gut leben, da die Rahmenbedingungen dadurch nicht angegriffen werden.

Zum Humor des Buches habe ich ja weiter oben schon etwas geschrieben, was durchaus auch repräsentativ für "Höllendämmerung" ist. Hier wird ebenfalls das B-Movie-Prinzip gezogen und ausgelebt. Was für viele Filme dieser Machart gilt, ist auch für Kadreys Werk gültig: Gewalt und Humor werden miteinander verwoben. Es wird viel getötet und gestorben und beinahe gestorben und so weiter, allerdings sind diese Passagen nicht so explizit geraten, wie er zuletzt bei den Bourbon Kid-Büchern der Fall war. "Höllendämmerung" verfügt zwar immer noch über eine gewisse Härte, diese steht hier aber weniger im Vordergrund und ist auch nicht so storybestimmend eingebaut, von daher braucht man sich auch nicht so sehr darauf einzustellen, man nimmt sie eher im vorbeigehen mit.

Fazit:

"Höllendämmerung" ist trotz der ungewöhnlichen Erzählperspektive ein gelungenes Buch, wenn man über kleine Detailmängel wie die eher flachen Charaktere und die offensichtliche Verwandschaft des Sandmannes mit der Krähe hinweg sehen kann. Dass es leicht trashig daher kommt, kann ich in diesem Fall absolut nicht als Kritikpunkt nehmen, denn genau das soll die Geschichte um Sandman Slim wohl auch sein. Ich werde jedenfalls die Augen nach dem zweiten Band offen halten müssen.

Bewertung: 7/10 Punkten
 Eine Rezension von BurnedEyez' Review-Corner

Samstag, 1. September 2012

Anonymus - Das Buch ohne Gnade

Klappentext:

"Ich schreibe so lange weiter, bis alle tot sind." (Anonymus - der Legende nach)

Ein Hotel irgendwo in der Wüste. Etwas Großes steht bevor: Abgehalfterte Barkeeper, teilweise talentierte Musiker und eine Handvoll Zombies machen sich auf den Weg zu dem Festival, das unter dem Motto "Back from the Dead" steht. Die Teilnehmer sollen längst verstorbene Stars imitieren. Keiner von ihnen ahnt, dass sie dem Tod näher sind, als ihnen lieb ist. Denn ein weiterer Gast steht auf der Liste: ein schlecht gelaunter Killer namens Bourbon Kid...

Eine Story wie in einem Road-Movie von Quentin Tarantino. Nur als Buch.





Kritik:

Das war er nun also, der dritte Band der Bourbon Kid-Reihe. Und wie immer haben wir es mit einem sehr reißerischen Klappentext zu tun, der dazu angetan ist, mehr zu versprechen als einen schließlich erwartet. Der Vergleich zu Tarantino mag zwar nicht grundverkehrt sein, aber als echte Referenz fungiert er meines Erachtens nach nicht. Aber fangen wir von vorne an.

Stammleser meines Blogs werden wissen, dass ich die ersten beiden Bände der Reihe schon mehr oder minder abgefeiert habe, was zum einen daran lag, dass sie sich auf Grund ihres recht hohen Gewaltlevels und dem damit verflochtenen Humor schon etwas abseits des Mainstreams bewegen, auf der anderen Seite aber auch sehr spannend geschrieben waren. Zumindest den zweiten Teil dieser Aussage kann man auch unumwunden wieder für dieses Werk von Anonymus verwenden. Man kann sagen, dass er sich in dieser Hinsicht mit jedem weiteren Buch etwas verbessert hat. Waren im ersten Roman noch die geschilderten Brutalitäten mehr oder minder der Mittelpunkt des Geschehen, konnte man schon im zweiten Buch feststellen, dass der Autor sich sehr gut auf das atmosphärische Darstellen der Action versteht - was er hier noch einmal weiter voran getrieben hat. Man möchte sagen, dass von der stilistischen und atmosphärischen Seite her das bislang beste Buch von Anonymus vorliegt - auch wenn Kenner der ersten beiden Bände vielleicht ein wenig vom Auftauchen der Charaktere Elvis und der mystischen Lady verwundert sein könnten. Was nämlich nirgends erwähnt wird: die Ereignisse dieses Romans finden noch zwei Jahre vor dem "Buch ohne Namen" statt - was natürlich leider dazu führt, dass man von vornherein weiß, wer diesen Trip überleben wird und dem Finale etwas von der Spannung nimmt, die das Ende der ersten Bände so lesenswert gemacht hat.

Was hingegen erwähnt wird, ist die Tatsache, dass der Autor für dieses Buch ein neues Setting verwendet hat, die vorliegende Geschichte hätte sich in Santa Modega sicherlich auch nicht so gut erzählen lassen wie hier. In diesem Punkt hat Anonymus also vieles richtig gemacht. Im Laufe der 427 Seiten bringt er die Qualitäten der Vorgänger wieder auf den Tisch: kurze und knackige Kapitel, die die Geschichte aus der Sichtweise eines Protagonisten beziehungsweise einer Protagonistengruppe erzählen und die mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit aufeinander zubegewegen und schließlich im Finale miteinander kollidieren. Und wie auch in den älteren Titeln wechseln sich hier ruhige Passagen mit actionreichen ab. So weit, so bekannt. Gefeilt hat der Autor dabei jedoch an seinem Humor, welcher nun deutlich öfter und weniger brachial daher kommt. Das mag für den "Gelegenheitsleser" vielleicht zugänglicher sein, ich für meinen Teil mochte aber eben genau das am "Buch ohne Namen" und am "Buch ohne Staben", sie wirkten weitaus dreckiger als dieses Werk.

Nicht nur die humoristische Seite kommt im "Buch ohne Gnade" etwas harmloser daher, auch die Gewaltdarstellung ist eingeschränkter. Zwar gibt es mitunter immer noch einige sehr detaillierte Beschreibungen des Geschehens, im Vergleich mit den Vorgängern sind es jedoch deutlich weniger Szenen, denen man eine gewisse "Abartigkeit" bescheinigen könnte - und nach dem streckenweise äußerst derben zweiten Buch sind sie hier auch nicht gar so explizit ausgefallen. Im allgemeinen wird ohnehin deutlich weniger gestorben als noch in den Vorgängern. Bourbon Kid selber hat nur noch eine Kugel für sein Repertoire an Waffen, die im Roman auftauchenden Killerkollegen sind zwar besser ausgestattet, dafür jedoch mit weniger Zielen versehen. Für mich ist das schon ein kleiner Minuspunkt, denn auch hier stellt sich bei mir der Eindruck ein, dass man das Eckige und Kantige wegschleifen und das Schmutzige etwas aufpolieren möchte, was die ersten beiden Bücher ausgemacht hat. Schade, hier wäre es mir lieber gewesen, wenn die Machart der Vorgänger erhalten geblieben wäre. 

Fazit:

"Das Buch ohne Gnade" weiß immer noch zu gefallen, auch wenn ich den Eindruck habe, dass der Autor sich immer mehr an ein Mainstreampublikum annäheren möchte. Zwar werden nicht alle alten Markenzeichen fallen gelassen, aber man kann festhalten, dass "Anonymus" etwas von seiner Härte verloren hat. Dennoch freue ich mich darauf, (hoffentlich) bald die deutsche Übersetzung des "Book Of Death", also des vierten Bandes, welcher in England, Frankreich und in Spanien offenbar bereits verfügbar ist, in die Finger zu kriegen.

Bewertung: 7/10 Punkten
Eine Rezi von BurnedEyez' Review Corner

Dienstag, 7. August 2012

Anonymus - Das Buch ohne Staben

Auch wenn Abalone schon eine sehr schicke Renzension zu diesem Buch verfasst hat, möchte auch ich hier noch einmal meine Meinung kundtun.

Klappentext:

Jeder, der Das Buch ohne Namen las, ist tot. Für den Rest kommt kommt nun Das Buch ohne Staben.

Auch ein Massenmörder muss an seine Rente denken. Erst recht nach 18 Jahren Gemetzel und einer höllischen Menge Bourbon. Und so kommt es, dass der berüchtigte Bourbon Kid seinen Job an den Nagel hängen will. Doch so einfach ist das nicht. Der Mönch Peto ist ihm auf den Fersen, denn Bourbon Kid hat alle Mitbrüder des Mönchs auf dem Gewissen. Außerdem trachten ihm diverse Zeitgenossen nach dem Leben: eine Reihe von Vampiren und Söldnern, eine Mumie, ein neuer Dunkler Lord - die Liste scheint endlos.

Rente hin oder her. Bourbon Kid hat die Nase voll und erstellt seine eigene Abschussliste. Und diesmal verschont er niemanden.



Kritik:

So schnell kann es manchmal gehen. Der Vorgänger "Das Buch ohne Namen" ist noch nicht sonderlich lange ausgelesen und schon erscheint hier die Rezension zum zweiten Band "Das Buch ohne Staben". Das sagt schon etwas aus, wenn man bedenkt wie tranfunzelig ich in letzter Zeit mit meinen Büchern war.

Ich war schon vom ersten Band recht begeistert und ich muss sagen, dass sich das auch hier nahtlos fortsetzt. Anonymus setzt auch in seinem zweiten Werk (wobei das Vorwort davon spricht, dass besagter Herr über die Jahrhunderte schon deutlich mehr Werke veröffentlicht hat) auf das bewährte Prinzip seiner Bourbon Kid-Reihe. Kurze und knackige Kapitel verhindern, dass man sich langweilt, denn auch wenn sich in diesem Roman vermehrt ruhige Kapitel finden, sind diese jedoch nicht langweilig geschrieben - und gerade wenn man denkt, dass nun doch einmal wieder etwas passieren könnte, ist das Kapitel beendet und man hat es wieder mit einem der actionreicheren und spannenderen Parts zu tun. Wie gehabt kann man also sagen, dass Anonymus (irgendwie widerstrebt es mir immer noch, den Autoren so anzusprechen) einen guten Mittelweg zwischen Ruhe und Sturm gefunden hat, meines Erachtens nach sogar noch einen Tick besser als im Vorgänger. Wo wir gerade beim Vorgänger sind, die wenigen überlebenden Hauptpersonen geben sich im Buch ohne Staben die Klinke in die Hand - und der Autor schafft es auch tatsächlich, vor allem dem Bourbon Kid (und einigen wenigen der anderen bekannten Figuren) tatsächlich so etwas wie einen Hintergrund einzuhauchen. Wie gewohnt reicht es aber auch, sich auf diese wenigen Personen zu beschränken, denn eines haben beide Bücher gemeinsam: Es wird gestorben und gemordet ohne Ende. Und wie schon im ersten Teil auf eine äußerst blutige, teilweise schon abstoßend brutale, Art und Weise. Man hat fast den Eindruck, dass der Autor sich in diesem Punkt noch einmal steigern wollte. In einem anderen hat er das auf jeden Fall getan und damit einen meiner größten Kritikpunkte des ersten Bandes ausgeräumt: im Buch ohne Staben wird nicht ausgeblendet, wenn die Action beginnt, sondern es wird tatsächlich ausgeschrieben, was passiert. Keine "Überblendungen" mehr - was mir persönlich deutlich besser gefällt als die dauernden Andeutungen im ersten Teil.

Generell hat Anonymus wieder einen Spannungsbogen geschaffen, der sich von Anfang bis Ende auf einem erfreulich hohen Niveau befindet, man möchte das Buch nicht aus der Hand legen, da man wieder unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Anders jedoch als im ersten Teil setzt der Autor nicht ausschließlich auf die Spannung, speziell zum Finale hin kann man dem Buch ohne Staben sogar einen gewissen dramatischen Effekt nicht absprechen. Auch wenn das Ende schließlich nicht ganz überraschend ist (was aber zum Teil an meinem Wissen um einen bereits erschienenen dritten Band liegt), gelingt es dem Verfasser doch, den Leser noch einmal richtig mitfiebern zu lassen. Super, genau so wünsche ich mir das. Ebenfalls wieder vorhanden ist der äußerst bösartige (wenn auch ziemlich flache) Humor, der auch schon das Buch ohne Namen geprägt hat, auch wenn ich finde, dass er hier noch einmal ein bisschen verfeinert und zumindest ein kleines bisschen niveauvoller ausgefallen ist. An einigen Stellen blitzt in meinen Augen tatsächlich etwas von dem Talent auf, was zum Beispiel ein Christopher Moore an den Tag legt, zumindest in seinen Werken wie Fool, welches was Sex, Gewalt und vulgäre Witze angeht auch nicht gerade ohne ist.

Fazit:

Das Buch ohne Staben ist eine würdige Fortsetzung des ersten Teils, welches vieles gleich gut und einiges sogar besser macht als dieser. Dennoch muss auch hier gewarnt werden: diese Reihe ist speziell. Sehr speziell. Wer geschmackvollen Humor, literarischen Anspruch oder blutleere Spannung mag, wird sich hier nicht wohl fühlen. Wer mit einem dreckigen Bastard von Buch zurecht kommt, wird seinen Spaß haben.

Montag, 6. August 2012

Die Töchter von Lorenden

von Nina Bell

Schon lange haben sich die drei ungleichen Schwestern Felicity, Helena und Lavinia nichts mehr zu sagen. Doch dann stirbt ihr Vater Edward, der Besitzer des Reitstalles Lorenden. Zum ersten Mal seit vielen Jahren müssen die Schwestern gemeinsam Entscheidungen treffen. Und dadurch finden sie unerwartet wieder zueinande.

In meiner Jugend bin ich viel geritten, und ich habe Pferderomane geradezu verschlungen. Einige davon stehen noch heute in meinem Regal, und hin und wieder packt mich die Lust, einen Roman zu lesen, der sich unter anderem um Pferde dreht. So sprang mich "Die Töchter von Lorenden" geradezu an, als ich bei einem Buchdealer stöberte. Es hat auch nicht lange gedauert, bis das Buch dann in meinem Regal stand. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, und obwohl die Story sicher nicht neu ist, war ich gespannt.

Was man Nina Bell zu Gute halten muss - oder was einen dazu bewegen könnte, Nachsicht walten zu lassen -, ist die Tatsache, dass dies ihr erster Roman ist. Ich hab Kommentare in anderen Rezensionen gelesen wie "Ich hab schwierig rein gefunden...aber dann war es eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe." Äh, nein, au contraire. Leider ist das nicht der Fall. So hat sich Nina Bell zwar Mühe gegeben, uns eine Vielzahl an Charakteren zu bieten, die alle unterschiedlich gestaltet sind, was sicherlich ein guter Ansatz war. Aber leider schafft sie es nicht, ihren Charakteren treu zu bleiben und sie wachsen zu lassen. Auch ich habe schwer in das Buch rein gefunden, was zu einem Großteil an dem Unverständnis lag, dass ich den Charakteren entgegen brachte.

Da ist Bramble, die in einer Minute nur an die Stallungen denkt und darüber hinaus scheinbar ihre Tochter aus den Augen verliert. In der anderen Minute liebt sie ihr Kind über alles und tut alles, was sie tut, nur für sie. Da ist Nat, der es schafft, über einen sehr langen Zeitraum, das Sonnenscheinchen zu spielen und sich am Ende wenig überraschend als Psychopath entpuppt. Das sind zwei Beispiele, der weniger sich widersprechenden Charaktere. Nimmt man aber einmal Helena her, die in einem Moment so tief getroffen ist vom Tod des Vaters, im nächsten Augenblick aber schon die Krallen ausfährt und den Hof unbedingt verkaufen will, um die Kohle zu kassieren, wird es schon regelrecht abstoßend. Von ihrem Sohn, der hin und wieder mal geritten ist und mit 18 Jahren dann plötzlich beschließt, er will professioneller Military-Reiter werden, mal ganz zu schweigen. Glücklicherweise gibt es doch auch interessante Charaktere, die ein wenig liebevoller gezeichnet sind, wie zum Beispiel die verlorene Tochter Felicity oder der typische Underdog Jezzar Morgan.

Die Story bietet, wie eingangs schon erwähnt, nicht viel neues, und dennoch ist sie es, die einen an das Buch fesselt und einen zum Weiterlesen bewegt. Wenn man es schafft, über einige der nervtötenden Charaktere hinwegzusehen und sich auf die Geschichte einzulassen, wird man recht gut unterhalten: eine Schwester, die so will, die andere Schwester will so, die dritte enthält sich jeglichen Kommentars, da ist Krawall vorprogrammiert. Nebenbei dann noch ein paar Verbandelungen hier und da, ein Teenager-Drama, Geheimnisse aus der Vergangenheit...ja, es ist stellenweise spannend. Punkten konnte Nina Bell damit, dass es kein typisches Happy End gab, was ich persönlich gut und als schön gelöst empfand, aber ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Alles in allem, würde ich dem Buch gerne zweieinhalb Bücherwürmer geben. Zwei Punkte hätte es wegen der enormen Schwächen bei den Charakteren gegeben, drei Punkte hätte es für die Geschichte und die flüssige Schreibweise verdient. Mit Ach und Krach bringt es "Die Töchter von Lorenden" also auf drei Bücherwürmer.



Montag, 30. Juli 2012

Anonymus - Das Buch ohne Namen

Klappentext:

Jeder, der dieses Buch liest, stirbt. Doch nur wer es liest, weiss, warum.

Ein Buch ohne Titel und ohne Autor tötet jeden, der es liest. Ein geheimnisvoller blauer Stein ist plötzlich verschwunden - und alle suchen ihn. In Santa Mondega bricht die Hölle los - im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Sonnenfinsternis wird Santa Mondega bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird es blutig werden. Blutiger, als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: Bourbon Kid.

Kritik:

Ein Buch ohne Autor über ein Buch ohne Autor. Wow. Im Zusammenhang mit dem Klappentext finde ich das schon durchaus reißerisch. Es drängt sich förmlich der Verdacht auf, dass man einem Marketing-Gag für ein Werk aufgesessen ist, welches von den inneren Werten nicht halten kann, was es außen verspricht. Nun gilt es zu klären, ob man hier vielleicht einem Irrtum unterliegt.

Zuerst muss man sagen, dass "Das Buch ohne Namen" relativ komplex aufgebaut ist. Es beschränkt sich nicht auf wenige Hauptfiguren, sondern man bekommt förmlich einen "Sternmarsch" vorgesetzt, der ein und die selbe Geschichte aus der Perspektive von einigen Protagonisten erzählt, die sich schließlich zum Finale hin immer näher kommen und schließlich begegnen. Eine interessante Schreibform, auch wenn es gerade zum Anfang etwas schwer fällt, die einzelnen Handlungsstränge zu verfolgen und auf einen Nenner zu bringen. Je mehr man sich jedoch dem Ende des Romanes annähert, umso flüssiger lesen sich die einzelnen Geschichten - welche jeweils ihren ganz eigenen Spannungsbogen aufbauen. Ein sehr großer Vorteil für dieses Buch, denn einige der Stories sind (auch hier wieder: besonders am Anfang) doch eher zäh und langatmig. Dass der Autor relativ schnell von einem Protagonisten zum nächsten wechselt, hält den Leser jedoch bei der Stange, denn man kann sagen, dass zumindest keine zwei langweiligen Kapitel aufeinander folgen. Sicherlich wäre es schöner gewesen, wenn diese Längen komplett vermieden worden wären, aber es geht auch deutlich schlimmer. Nach etwa 100 - 120 Seiten ist auf jeden Fall ein konstanter Spannungsbogen vorhanden, der mich als Leser nicht mehr los gelassen hat. 

Die Charaktere selber sind gut ge- und in vielen Fällen auch überzeichnet (so hat man es mit recht vielen Figuren zu tun, die beim Lesen quasi Superkräfte zu haben scheinen), auch wenn der Autor darauf verzichtet hat, mit zu vielen unnötigen Details aus deren Vergangenheit zu langweilen. Unnötig aus dem Grund, dass im "Buch ohne Namen" sehr schnell gestorben wird. Und sehr viel. Und streckenweise äußerst blutig - was auch gerne einmal sehr detailliert geschildert wird. Man sollte also schon ausreichend starke Nerven haben und auch etlichen recht eklig beschriebenen Szenen nicht abgeneigt sein, um wirklich Spaß mit diesem Werk zu haben. So weit, so gut. In Hinsicht auf die Action versagt Anonymus aber leider. Grundsätzlich wird zu Beginn einer Auseinandersetzung ausgeblendet und der Faden auch erst dann wieder aufgegriffen, wenn bereits alles gelaufen ist. Die einzige Ausnahme bildet hier das Finale, in welchem die Geschehnisse aus der Sicht eines der Teilnehmers etwas detaillierter geschildert werden. Mit einem Action-Thriller hat man es also in jedem Fall nicht zu tun. Trotz dieser Schwächen ist es mir aber schwer gefallen, "Das Buch ohne Namen" aus der Hand zu legen. Die Story selber entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit weiter und wird dabei immer spannender. Man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht. 

Erwähnenswert ist auch noch, dass sich der Roman nicht völlig ernst nimmt. Das merkt man schon an der erwähnten Überzeichnung der Charaktere - und das schlägt sich auch in der humoristischen Schlagseite nieder. Man sollte natürlich nicht erwarten, mit dem feinen, zynisch-ironischen Humor eines Pratchett oder Gaiman konfrontiert zu werden. Anonymus setzt, wunderbar einhergehend mit der Brutalität seiner Schilderungen, auf einen eher brachialen Humor. Darauf muss man sich einlassen wollen, keine Frage. Wenn man das aber tut und ihn im Idealfall ohnehin mag, wird man aber auch hieran seine blanke Freude haben. Auch sollte man zum "Buch ohne Namen" noch sagen, dass man es nicht ausschließlich mit Menschen als Charakteren zu tun bekommt. Hier und dort taucht der eine oder andere Untote, meistens in Form von Vampiren, auf. Ich hätte es gut gefunden, wenn das im Klappentext zumindest angeschnitten worden wäre - nicht, weil ich mit dieser Thematik nichts anfangen könnte, sondern weil man mit der vorliegenden Beschreibung vielleicht eine eigene Erwartungshaltung aufbaut, die der Roman nicht erfüllen kann. Hierfür gibt´s Abzüge in der B-Note.

Fazit:

Ich hatte einen Heidenspaß mit "Das Buch ohne Namen". Abgedreht und blutig, dabei aber spannend und unterhaltsam bis zum Ende. Da  es mit unter aber sehr speziell ist, muss man sich als Leser wirklich darauf einlassen wollen, sonst wird man wohl nicht viel Vergnügen mit dem Roman haben. Ich für meinen Teil freue mich aber schon auf "Das Buch ohne Staben" und "Das Buch ohne Gnade", welche die Geschichte des Bourbon Kid fortsetzen.

Freitag, 20. Juli 2012

Stan Nicholls - Die Orks

Inhaltszusammenfassung:
Maras-Dantien, die Wiege der älteren Rassen und auch die Heimat von uns Orks, steht in Flammen. Die älteren Rassen und die Spätankommer, die so genannten Menschen, führen Krieg gegeneinander und Krieg ist unser Metier: Wir Orks leben für den Kampf.

Ich bin Stryke und mein Trupp, die Vielfrasse, gehört zu den Besten. Also war es nicht wunderlich, dass Königin Jennesta uns den Sonderauftrag erteilte, ein gestohlenes Artefakt wiederzubeschaffen. Doch dann stießen wir bei unserer Suche auf Probleme und konnten unsere Vereinbarung mit der Königin nicht einhalten.

Das gestohlene Artefakt muss wirklich wichtig sein, denn Jennestra erklärte uns im Nu für vogelfrei und hetzte uns alles auf den Hals, was sie anzubieten hatte: Kriegstrupps, Drachenpatrouillen, Kopfgeldjäger.

Jetzt haben wir erfahren, dass es noch vier weitere dieser Artefakte gibt. Wir wissen nicht, was sie bewirken oder wozu sie gut sind. Wir wissen nur, dass sie heiß begehrt sind. Also werden wie sie uns holen. Wenn es sein muss mit Gewalt! Schließlich sind wir Orks und drauf verstehen wir uns ...
Kritik:
Lange Zeit bin ich um "Die Orks" herum geschlichen, ohne mich so wirklich ran zu trauen. Auf der einen Seite liest sich die Thematik durchaus interessant, auf der anderen Seite wirkt der Klappentext ein wenig reißerisch und die Verbindung zu Tolkien (dessen Herrn der Ringe ich im übrigen sehr schätze und deswegen immer äußerst skeptisch bin, wenn mich ein Buch zu sehr daran erinnert) ist einfach zu naheliegend. Irgendwann lag "Die Orks" dann aber auf dem Gabentisch, ich hatte also  keinen Grund mehr, mich darum herum zu drücken. 
Nicholls versteht es gut, aus den "Bösen Buben" der Fantasy einen durchaus sympathischen und - soweit das bei der gewählten Rasse möglich ist - menschlichen Haufen zu machen. Der Klappentext, der die Protagonisten als gewalttätigen Haufen von Mordbrennern darstellt ist also ziemlich überzogen. Was aber nichts macht, denn durch diesen Umstand hebt sich der Roman wohltuend von der Masse der Fantasy-Bücher ab, in denen Orks weitestgehend als Kanonenfutter und Bösewichte herhalten müssen. Geschrieben ist das Buch locker-flockig, ohne dabei zu sehr in einen trivialen Schreibstil abzudriften. Ebenso erzeugt der Autor vom Start weg einen Spannungsbogen, der den Leser nicht mehr los lässt. Man möchte unbedingt wissen, wie es mit Stryke und seinem Kriegstrupp weiter geht, man ist gespannt darauf, wie die internen Zwistigkeiten zwischen den Mitgliedern sich entwickeln, man ist gespannt darauf, was Strykes immer wieder eingestreuten Träume zu bedeuten haben - was aber auch der größte Schwachpunkt des Werkes ist, dazu aber später mehr. Die Charaktere selber sind gut gezeichnet und individuell ausgefallen und das nicht nur auf die Hauptakteure bezogen, auch hier unterscheidet sich "Die Orks" also vom Fantasy-Allerlei. Nicholls ist aber nicht nur in der Lage, Spannung aufzubauen, das zeigt er spätestens, wenn die "Vielfraße", so der Name des Kriegstrupps, in eine der (zahlreichen) Schlachten des Romans ziehen. Actionreich ist wohl der treffendste Ausdruck für diese Passagen. Und zwar Action auf Niveau eines FSK18-Filmes, es wird sich nicht zurück gehalten, es fliegen Körperteile in rauhen Mengen und die Darstellungen sind sehr explizit. Man sollte also nicht gerade zimperlich sein, wenn es um Gewaltdarstellungen geht. Ich selber habe damit wenig Probleme (wie man wohl auch an meinem Filmgeschmack erkennen kann), ich kann mir aber gut vorstellen, dass es durchaus potentielle Leser geben mag, die auf einige der geschilderten Details gut und gerne hätten verzichten können.
Ich erwähnte oben bereits die Traumsequenzen. Sie sind wichtig für die Handlung, keine Frage. Sie sind auch nicht schlecht geschrieben und fügen sich als ruhiger Gegenpol in die harte, actionlastige Haupthandlung ein. Leider zeichnet sich durch aber auch, spätestens im letzten Drittel ab, wo die Reise von Stryke und seiner Truppe hinführen wird und was es mit den Artefakten, nach denen sie sucht auf sich hat. Das ist etwas schade, hier hätte ich mir die Überraschung für einen späteren Zeitpunkt gewünscht. Dieser Umstand mindert die Motivation weiter zu lesen aber nur sehr bedingt, ob das Unterfangen letztlich gelingt wird tatsächlich erst auf den letzten Seiten aufgelöst - einen Abzug in der B-Note muss man hierfür also nicht zwangsläufig geben. Erwähnenswert ist auch, dass es zwar mittlerweile zwei Fortsetzungen gibt, aber zumindest der erste Teil eine in sich abgeschlossene Handlung bietet, man also nicht gezwungen ist, sich ale Teile gleichzeitig zu organisieren, wenn man einfach nur einmal wissen möchte, ob man sich mit den Orks anfreunden kann.
Fazit:
Wir haben es hier mit einem Buch zu tun, welches sich wohltuend von der Masse der Fantasy-Romane unterscheidet und dennoch jedem Fan des Genres ans Herz gelegt werden kann. Man wird auf knappen 800 Seiten von Anfang bis Ende gut unterhalten.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Stephen King - Die Arena

Inhaltszusammenfassung:

Gerade will Dale „Barbie“ Barbara, Imbisskoch und Irak-Veteran, die Kleinstadt verlassen, da senkt sich die Kuppel wie eine Guillotine herunter und macht seine Ausreise unmöglich. Dann hält das Grauen Einzug in den Mikrokosmos – vor allem dank der Taten des skrupellosen Autohändlers und Provinzpolitikers „Big Jim“, der seine Mannen mordend durch die Gegend ziehen lässt, während die Außenwelt hilflos zusehen muss. Am Ende, als kaum mehr Erwachsene am Leben sind, liegt das Schicksal von Chester’s Mill und seiner wenigen Überlebenden in den Händen der Kinder...


Kritik:

Nun ja, was soll man sagen... man hat es mit einem Roman von Stephen King zu tun. Der gute Mann mag ein Großmeister seines Faches sein, aber er ist auch einer dieser speziellen Fälle, die man entweder liebt oder hasst. Ich für meinen Teil bin großer King-Fan und kann trotz seines "nichtssagenden Geschwafels", wenn ich an dieser Stelle einmal einen Menschen zitieren darf, mit dem ich mich über ihn unterhalten habe, sehr viel mit so ziemlich jedem Roman anfangen. 

Die Geschichte von "Die Arena" liest sich schon in der kurzen Zusammenfassung interessant - und wie es für den Autoren typisch ist, geht es auch schon von Anfang an ziemlich zur Sache. King verschwendet hier nicht viel Zeit damit, uns mit den Charakteren seiner Geschichte vertraut zu machen, sondern wirft uns zunächst einmal mitten in die Action. Ein sehr gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht. Man kann sagen, dass es "Die Arena" gelingt, einen konstanten Spannungsbogen aufzubauen, welcher immer zum weiterlesen animiert. Nicht zuletzt dürfte dieser Umstand sich auf die Tatsache gründen, dass sich die persönlichen Hintergründe der Protagonisten erst im Lauf der Story erschließen - ebenso wie vorhandene Beziehungen zueinander immer weiter vertieft werden. Natürlich trägt auch die Geschichte selber ihren Teil dazu bei, dass man das Buch nur ungerne aus der Hand legt. Sie ist King-typisch detailverliebt geschrieben, ohne dabei jedoch zu sehr von der eigenen Story abzudriften. Die Charaktere selber sind leider sehr archetypisch geraten. Man hat auf dieser Seite "Die Guten" und auf der anderen Seite "Die Bösen", dazwischen gibt es leider nicht sonderlich viel - und bedauernswerter Weise ist auch von Anfang an abzusehen, wer auf welcher Seite steht, hier wäre mir die eine oder andere Überraschung lieber gewesen. Schade. Lediglich die Leidensgeschichten einiger Nebencharaktere lockern dieses Schwarz/ Weiß etwas auf, auch wenn sie nichts mit der eigentlichen Geschichte von "Die Arena" zu tun haben, beziehungsweise nur einen unmaßgeblichen Anteil der Hauptstory darstellen.

Man merkt also durch und durch, dass King sein Handwerk nach wie vor versteht, auch wenn die Idee zu "Die Arena" laut dem Autoren bereits vor 30 Jahren entstanden sein soll - und die Geschichte an sich einem sicherlich schon sehr bekannt vorkommen mag. Ich lasse an dieser Stelle einmal dahin gestellt, ob das wirklich so ist, denn die Grundstory kennt man spätestens seit dem Simpsons-Kinofilm. Der Roman ist später erschienen, was mich persönlich mit leichten Zweifeln auf die Glaubwürdigkeit dieser Aussage blicken lässt. Für meinen Geschmack sind die Parallelen hier zu groß und King ist im Vorwort einfach zu bemüht, sein Werk als "Original" darzustellen. Das gibt Abzüge in der B-Note. Wesentlich schwerer wiegt aber noch dieser wirklich nicht gelungene Twist Richtung Science-Fiction, welcher zum Ende des Buches immer mehr ins Rollen kommt. Hier möchte man sagen "Schuster bleib bei deinen Leisten", denn speziell diesen Teil finde ich einfach nicht gelungen, auch wenn mancher Leser hier jetzt vielleicht sagen möchte, dass unserer Gesellschaft damit eine Art Spiegelbild vorgehalten werden soll. Mag sein - aber auch das ist einfach zu sehr dahin geklatscht, um wirklich zu funktionieren. Hätte der Autor auf diesen Teil seiner Geschichte verzichtet und das vor sich hin köchelnde Süppchen vielleicht mit etwas mehr Originalität versehen können, wäre vielleicht aus einem guten ein großartiger Roman geworden. So bleibt es aber unter´m Strich "Nur ein King".

Fazit:

Das Buch ist keinesfalls schlecht. Es ist spannend und gewohnt gut geschrieben. Es ist aber auch um Längen von der eigentlichen Klasse Stephen Kings entfernt. Eher etwas für Fans.